Lederrüstung

Vorwort:

Ich beschreibe hier nicht wie man eine „perfekte“ Lederrüstung baut,
sondern wie ich meine Lederrüstung gebaut habe.
Es gibt bestimmt so einige Dinge die man besser machen könnte.

1. Planung

Als erstes muss man sich natürlich Gedanken machen wie die Rüstung aussehen soll.

Wenn man sich darüber im klaren ist kann man damit beginnen jedes einzelne Teil
der Rüstung auf Pappe zu zeichnen und auszuschneiden.

Nicht zu harte Pappe nehmen, die sich schlecht biegen lässt!
Ich hatte mir mal irgendwann ein Poster bestellt. Das war in Pappe eingerollt.
Eine Seite glatt, andere Seite geriffelt. Das hat sich dafür wunderbar geeignet.

Sind alle Teile ausgeschnitten fängt der (so empfand ich es) nervigste Teil des ganzen an.
Die Pappschablonen werden jetzt genau angepasst.
Das ist eine Fleißarbeit…
Anprobieren (sofern das mit den Pappschablonen möglich ist), anzeichnen, ausschneiden
wieder anprobieren. Solange bis man sich sicher ist das alles wunderbar passt.
Wichtig: Bedenkt das der Kopfausschnitt weit genug werden muss,
da er sich ja nicht wie bei einem Pullover dehnen lässt!

2. Zuschnitt

Man nimmt die Schablonen und legt diese auf das Leder, möglichst so das man wenig Verschnitt hat.
Mit einem Bleistift zeichnet man den Umriss nach.

Nun werden die einzelnen Teile der Rüstung ausgeschnitten.

Auf dem Bild die fertig ausgeschnittenen Arm- und Beinschienen

Die Kanten werden normalerweise mit einem speziellen Werkzeug gebrochen.
Wer das nicht hat (wie ich) nimmt einen Schleifklotz und Schleifpapier.
Dabei muss man nur aufpassen das man mit dem Schleifpapier nicht auf die Fläche kommt,
sonst gibt es hässliche Kratzer.

3. Lochen & Nieten

Für das Lochen verwende ich hauptsächlich eine Lochzange.
Wo das ansetzen der Lochzange nicht möglich ist muss man zum Bohrer greifen.

Genietet wird mit einem „Metallstift“, einem Hammer und als Unterlage ein Amboss (idealerweise).
Ich verwende Messing Hohlnieten.

Ich habe als erstes das Vorder- und Hinterteil mit einem Lederstreifen an den Schultern verbunden.
Kopf passt durch… alles i.O.
Dann kommt das Schulterteil drauf.

Die einzelnen Glieder des Oberarmschutzes werden verbunden und im Schulterbereich wird ein Lederstreifen angebracht.

 

   

Der Lederstreifen, mit dem Vorder- und Rückenteil verbunden wurde, muss so geformt sein
das ein stückchen Leder in Richtung Schulter (außen) vorsteht.

Der Streifen vom Oberarmschutz wird durch anprobieren auf die richtige Länge abgeschnitten
und an genau dem stückchen Leder festgenietet.
(dafür gibt es leider keine Bilder)

Der fertige Oberarmschutz sieht dann so aus:

4. Verzierungen

Alles geht, nichts muss…
Verzierungen sind Geschmacksache, geben aber meiner Meinung nach der Rüstung einen individuelleres Aussehen.
Für mich also Pflicht 😉

Ich habe mich dafür entschieden 2 Lederstreifen senkrecht aufzunieten.
Und außerdem noch ein kleines Motiv anzubringen.

Die senkrechten Streifen werde ich nicht weiter beschreiben, sollten eigentlich kein Problem sein.

Das Motiv sucht man sich aus (am Rechner), bringt es auf die gewünschte Größe und druckt es aus.
Durch Verwenden von Blaupapier wird das Motiv auf das Leder übertragen.
Es ist wichtig darauf zu achten, dass das Blaupapier wirklich nur unter dem Motiv liegt
und möglichst wenig übersteht. Zusätzlich sollte man starken Druck auf die Stellen des Papiers
unter dem das Blaupapier liegt vermeiden. Das Leder nimmt die blaue Farbe sehr gut an.
Das Motiv wird nun mit einem Bleistift nachgezeichnet.
Um ein verrutschen zu verhindern kann man das Blatt mit ein wenig Klebestreifen fixieren.

Jetzt nimmt man sich einen Dremel …
… die Erfahrenen werden jetzt sagen „Halt, halt, dafür nimmt man doch einen Lötkolben!“
Jaja, ich weis. Ich habe es mit einem Lötkolben an einem Probestück ausprobiert
und mir hat es nicht gefallen. Nicht unbedingt das Ergebnis, sondern vielmehr der Arbeitsgang ansich.
Also, Dremel und das Motiv mit einer feinen Gravierspitze eingraviert.

5. Farbliche Behandlung

Es gibt 2 verschiedene Arten von Lederfarben.
Zum einen, Farbe die nicht ins Leder einzieht sondern sich nur auf das Leder „legt“.
Hat den Vorteil das es eine Menge verschiedene Farben gibt und man damit aufwendige Zeichnungen machen kann.
Fraglich ist natürlich ob diese Farbe lange hält.
Deswegen verwende ich für Rüstungen auf jeden Fall die andere Art.
Diese zieht ins Leder ein, dadurch behält die Rüstung selbst bei Kratzern ihre Farbe.

Ich habe mich für eine Mischung aus grün und Walnussbaum (im Verhältnis 2:1) entschieden.
Kleinere Flächen trage ich mit einem Pinsel auf.
Dabei muss man darauf achten das man den Pinsel immer tupft!
Niemals streichen, sonst enstehen streifen die man nicht wieder weg bekommt.
Bei dieser Art von Farbe sollte man wissen:
Je öfter man über eine Stelle kommt, auf der schon Farbe ist, um so dunkler wird es!

Für grössere Flächen nimmt man am besten einen feinporigen Schwamm.
Mit dem Schwamm kann man die Farbe entweder mit kreisenden Bewegungen auftragen oder auch tupfen.

Nachdem die Farbe gut eingezogen ist kann man Das Leder noch mit „Antique Finish“ behandeln.
Mit einem alten Leinentuch wird das „Antique Finish“ in kreisenden Bewegungen aufgetragen.
Dadurch erhält man ein sehr schönes (altes) aussehen.
Ich habe für die Rüstung dunkelbraunes „Antique Finish“ verwendet.

    

(links mit „Antique Finish“ und rechts noch ohne „Antique Finish“)

Um dem Leder ein wenig Schutz vor Witterungseinflüssen zu geben wird es noch komplett mit Lederbalsam eingerieben.
Man nimmt ein Leinentuch und reibt das Leder sehr großzügig (kann ruhig schön dick drauf sein)
mit dem Lederbalsam ein. Das ganze lässt man am besten über Nacht einziehen.
Sollte am nächsten Tag noch etwas übrig sein kann man das entweder ein bisschen verteilen oder einfach abwischen.

      

Sämtliche Materialien kann man bei Lederkram.de bestellen.
Ich hoffe diese Anleitung war ein bisschen hilfreich.
Bei Fragen oder Problemen stehe ich natürlich gern zur Verfügung 😉

  

  

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